Benno Baum

Es ist alles entspannt – außer es ist kein Whiskey im Haus!

„Marmor – Stein und Eisen bricht” und „I Can´t Get No Satisfaction” dröhnt es aus den Kofferradios als Benno 1965 das Licht der Welt erblickte. Das kann doch beim besten Willen kein Zufall sein!

Erstmal laufen lernen dachte sich der Kleine und dann sehen wir weiter aber es kam alles ganz anders als er sich das ausgemahlt hatte.

Von wegen Rock ´n´ Roll – er musste Akkordeon spielen – ein Instrument das er immerhin 4 Jahre lang lernte bevor er 1975 in den Windsbacher Knabenchor gegangen wurde. In dieser Institution ist das Klavierspielen Pflichtfach und die Gesangsausbildung versteht sich von selbst. Die Gesangsausbildung fand dann allerdings mit dem Stimmbruch ein jähes Ende und Klavier ist auch ein Gerät mit dem man Musik machen kann – wenn man will.

Gut – da musste er durch und im Nachhinein betrachtet war es vielleicht gar nicht schlecht für ihn. Zumindest hatte es sich gezeigt, dass der Junge musikalisch ist und ihm die Musik Spaß macht. So richtig Spaß aber machte ihm dann sein Wunschinstrument, mit dem er sich dann ab 1979 ernsthaft beschäftigte. Inspiriert vom Hardrock und Heavy Metal der späten 70er träumte er von einem Leben als Gitarrist in einer Rockband. Zuerst aber lernte er 2 Jahre klassische Gitarre bei einem Dozenten des Nürnberger Konservatoriums um dann auf E-Gitarre zu wechseln.

Das war genau sein Ding und er übte und übte und übte.
In verschiedenen Schülerbands sammelte er die ersten Erfahrungen um dann 1983 als 2. Gitarrist bei „Von Hinten” einzusteigen, einer Nürnberger Deutsch-Rock Band die damals schon Bayernweit Live-Jobs hatte.

Die Jahre zogen ins Land und Benno spielte während dieser Zeit noch bei verschiedenen anderen Bands. Als Autodidakt verinnerlichte er sich das Spiel auf der Stromgitarre um dann bei seiner ersten eigenen Band als Leadgitarrist zu fungieren.

Endlich sein eigens Ding von dem er schon so lange geträumt hatte. Die Band nannte sich „Kiddin´ Crew” und war eine echte Hardrock Formation. Eigene Stücke und ein echtes Brett machten die Band damals im Nürnberger Raum sehr schnell bekannt und 1992 veröffentlichten sie mit „Just kiddin´ ” ihre erste und auch einzige CD. Es folgten noch einige Demoaufnahmen mit „Kiddin´ Crew” bei denen sich schon eine noch härtere Gangart abzeichnete aber die musikalischen Interessen der Bandmitglieder gingen in unterschiedliche Richtungen, was eine Trennung zur folge hatte.

Benno wollte mehr in die damals angesagte Crossover Richtung und lernte in der damaligen Nürnberger Szenekneipe „Ruhestörung” den Sänger Roman kennen. Roman hatte ihn vorher schon einmal bei einem Gig von „Kiddin´ Crew” angesprochen und sie hatten sich über Musik unterhalten. Beide hatten die gleichen musikalischen Vorstellungen und totalen Bock eine Crossover-Band auf die Beine zu stellen.
Nach ein paar Treffen in der inzwischen gemeinsamen Lieblingskneipe „Ruhestöhrung” ging es dann los – Benno brachte den Bassisten Steve Houben von „Kiddin´ Crew” gleich mit in das neue Bandprojekt. Über einen Aushang, in verschiedenen Musikertreffs, wurde auch schnell ein Schlagzeuger gefunden und es ging ratz fatz zur Sache.

Eigene, selbst geschriebene Songs waren für Roman zu dieser Zeit noch absolutes Neuland aber es ging ihm leicht von der Hand und nach einiger Zeit stand ein Programm.
„PUNCH & JUDY” hieß das neue Projekt und die ersten Auftritte 1994 waren ein voller Erfolg. Beim „Battle of the Bands” einem Nürnberger Bandwettbewerb gab es eine Studioproduktion zu gewinnen und diesen Wettbewerb gewannen „PUNCH & JUDY” dann auch auf Anhieb. Im „Soundhouse Studio” in Bamberg nahmen sie eine ganze Woche, von Früh bis Spät, ihre Songs auf aber die Jungs vom „Soundhouse Studio” hatten mit der Band mehr vor als nur eine Demoproduktion aufzunehmen.
Die Produzenten hatten die Idee den Crossover Sound von „PUNCH & JUDY” mit deutschen Texten zu versehen, und außerdem legten Sie der Band nahe den Schlagzeuger zu wechseln.
Alles wurde unternommen um vorwärts zu kommen und so kam ein neuer Schlagzeuger zur Band und die Texte wurden deutsch.
Auch „PUNCH & JUDY” als Bandname musste 1995 dem Namen „BLAUFISH” weichen.
Unter diesem Namen produzierten sie wieder einige Songs im „Soundhouse Studio” und erneut versuchten die „Soundhouse-Macher” die Musik, bei verschiedenen Labels an den Mann zu bringen.
Immer wieder wurde der Band Mut gemacht und es wurden neue Songs aufgenommen und alte Stücke umarrangiert aber irgendwie ging nichts vorwärts und alle Versprechungen verliefen im Nichts. 1997 war dann die Luft raus und die Band löste sich auf – schade eigentlich, denn da hätte mehr draus werden können.
Die folgenden Monate waren für Benno ein Trip zwischen Enttäuschung und Orientierungslosigkeit, bis eines Tages Roman anrief und dem Benno wirres Zeug erzählte von einem fränkischen Bandprojekt, einer neuen Bandidee auf fränkisch.
Es hörte sich für Benno so an als wäre der Roman total bekifft aber er stimmte einem Treffen der angehenden Bandmitglieder zu.

Roman, Benno, Boiler (Ein Schlagzeuger mit dem Roman früher schon Musik gemacht hatte) und Micha (ein Bassist mit dem wiederrum Boiler früher schon zusammen gespielt hatte) trafen sich im „El Coyote”, einem Nürnberger Tex-Mex Laden, um über dieses fränkische Bandkonzept zu reden. Entgegen allen Bedenken von Roman war sogar der Benno, der alte Headbanger, bereit dieses Konzept wenigstens einmal auszuprobieren.
Alle waren sich einig, das für dieses Vorhaben aber ein Keyboarder von Nöten sei. Benno und Roman hatten kurze Zeit vorher Pino Barone, einen kleinen Italiener kennen gelernt, der als Alleinunterhalter in Nürnberg sein Unwesen trieb und dieser wurde kurzerhand gefragt ob er Lust hätte mitzumachen.

Zur ersten Probe Ende 1998 erschienen alle fünf ohne zu wissen was jetzt genau auf sie zukommt und das dieses Projekt ihr Leben verändern würde.
Roman legte sich ein paar der alten Songs die „SIX PACK” früher immer verarscht hatte zu recht und schrieb fränkische Texte auf die ja meist in englischer Sprache gesungenen Radiohits, um eine Grundlage für das erste Aufeinandertreffen zu schaffen.

Schon nach der ersten Probe stand fest, dass dieses Konzept aufgeht.
Die Jungs harmonierten sowohl musikalisch als auch menschlich bestens miteinander und lachten sich bei jedem der fränkischen Texte kaputt.
„WASSD SCHO? BASSD SCHO!” war geboren und in kürzester Zeit hatten sie ein Programm in der Tasche und der erste Auftritt stand an.

Der Name „WASSD SCHO? BASSD SCHO!” entstand eigentlich beim Erklären der Bandidee und des Band-Konzeptes dritten gegenüber.
Es ist für einen Nichtfranken schwer nachvollziehbar wie oft in einer fränkischen Unterhaltung die Floskeln „WASSD SCHO?” und „BASSD SCHO! vorkommen.
Der Bandname stand quasi permanent im Raum und musste nur einmal als solcher erkannt werden.

Tja und so vergeht die Zeit, denn seit nunmehr über 11 Jahren machen die 5 durchgeknallten Franken immer noch in derselben Besetzung zusammen Musik.
Mit inzwischen eigenem Tonstudio (Skysoundstudio Nürnberg) und einem Kultstatus in Nürnberg der seinesgleichen sucht.

Seit 2002 ist Benno auch im Duo, im Trio oder mit ganzer Band bei Pino am Start.
Unter dem Namen „Pino Barone & Amici” spielen sie Italienische Klassiker und Pinos italienische Eigenkompositionen. Die Liebe zur harten Musik hat den Benno nie ganz losgelassen und so stieg er zu all den anderen Projekten 2003 bei „Dead Fingers Talk” ein, die sich 2005 in „Sinwell ” umbenannt haben. Mit dieser Heavy-Formation veröffentlichten sie im gleichen Jahr ein komplettes Album unter dem Titel „True Sense” und spielten im Vorprogramm von „U.D.O.” und „Nazareth”. Benno ist ständig musikalisch am arbeiten und in verschiedenen Projekten involviert.