Michael „Logge” Schuler

Reggae ohne Bass ist wie warmes Spezi – einfach scheiße!

1974 – Deutschland wurde gerade zum zweiten Mal Fußballweltmeister und die Eltern des kleinen Michael hatten nichts Besseres zu tun als zu beschließen, dass der kleine Blockflöte lernen soll. Sein erster musikalischer Kontakt in Sachen Blockflöte verlief eher enttäuschend, da keiner sein improvisatorisches Genie zu würdigen wusste. Sein zweiter Kontakt mit einem Instrument war dann eine Wandergitarre aber keiner hatte ihm zuvor gesagt, dass man da nicht so einfach losspielen kann und die quälende Überei ging ihm dann irgendwann auf die Nerven.

Nach diesem Schock und der Erkenntnis, dass es außer Musik ja wohl noch andere Dinge im Leben gibt die man ausprobieren sollte, machte er eine kreative Schaffenspause bis ins relativ hohe Alter von 19 Jahren.
Ganz losgelassen hatte ihn jedoch der Gedanke Musik zu machen dann doch nicht und so beschloss er Bassist zu werden.
Ein Basser in einer Rockband, so glaubte er, kommt leichter an Groupies ran, als ein Blockflötist oder ein Wandergitarrenvirtuose – aber egal „Narben sind Siege.”
Mit dieser Meinung war Michael nicht alleine auf der Welt und dies ermutigte ihn schnell Zugang zu seinem neu auserkorenem Instrument zu finden. Dieser plötzliche Eifer, jetzt doch zu üben und die Einsicht „ohne Fleiß – kein Preis” gepaart mit der Aussicht auf Groupies war mit Sicherheit seiner mit 19 Jahren übernatürlichen Reife zu verdanken.

Rockbands waren es dann auch, denen er sich nach dem erlernen der hohen Kunst des Bassspielens anschloss.
Er spielte in dieser Zeit in verschiedenen Formationen und lernte sein Instrument immer besser zu beherrschen und auch zu lieben.
Von einem Freund hörte er Ende der 80er Jahre, dass es in Nürnberg wohl eine Band gibt, die einen Reggae ohne Bass spielen und ist völlig entsetzt. Gut – aber dazu später mehr.

Anfang der 90er Jahre, das Leben plätscherte so vor sich hin, da lernte er nacheinander erst den Boiler und dann dessen Kumpel Roman kennen. Diese Bekanntschaften waren allerdings nur flüchtig und hatten anfangs nichts mit Musik zu tun. 1996 allerdings änderte sich die Situation schlagartig. Boiler rief den Micha an und fragte ihn ob er nicht bei „Clutch up”, einer 60er Jahre Coverband, die Boiler zwei Jahre zuvor gegründet hatte mitmachen wolle.
Micha sagte zu, denn die Projekte bei denen er zu diesem Zeitpunkt noch involviert war hatten nicht wirklich Live-Gigs vorzuweisen und Boilers „Clutch up” waren gut gebucht.
Nach gut einem Jahr, mehreren Besetzungswechseln und gravierenten Meinungsverschiedenheiten mit ihrem „Manager” löste sich die Band auf und jeder ging wieder seiner Wege.

Micha besann sich wieder auf die Rockmusik und stieg bei einer Band Namens „Orange from Venus” ein, immer seinen Traum von kreischenden Groupies vor Augen.
1998 rief der Boiler erneut an und erzählte ihm von einem neuen fränkischen Bandkonzept bei dem er ihn gerne dabei hätte. Micha wollte am Telefon nicht gleich zusagen und sagte es wäre gut, wenn sich alle Beteiligten wenigstens einmal kurz treffen könnten bevor man von einer Welttournee und anderen Superlativen spricht, wie es Boiler zu tun pflegt.
Gesagt – getan! Boiler, Roman, ein Gitarrist Namens Benno und Micha trafen sich in Michas Tex-Mex Restaurant „El Coyote”, um über dieses fränkische Bandkonzept zu reden.
Bei dieser Unterhaltung stellte sich unter anderem heraus, dass Boiler und Roman damals in dieser Band waren, die einen Reggae ohne Bassisten spielten. Na ja – aber Micha wusste worauf er sich einließ und er war schon immer ein Freund von absurrten Experimenten.

Es waren sich alle einig, das für dieses Vorhaben aber ein Keyboarder von Nöten sei. Benno und Roman hatten kurze Zeit vorher Pino Barone, einen kleinen Italiener kennen gelernt, der als Alleinunterhalter in Nürnberg sein Unwesen trieb und dieser wurde kurzerhand gefragt ob er Lust hätte bei dem Projekt mitzumachen. Micha hatte so seine Zweifel ob diese Konstellation von Verrückten zu einer echten Band werden kann.

Zur ersten Probe Ende 1998 erschienen alle fünf ohne zu wissen was jetzt genau auf sie zukommt und das dieses Aufeinandertreffen ihr aller Leben verändern würde. Roman hatte sich vorbereitet und ein paar Radiohits mit fränkischen Texten versehen um eine Grundlage für das erste Aufeinandertreffen zu schaffen.
Schon nach der ersten Probe stand fest, dass dieses Konzept aufgeht.
Unglaublich wie die Musik aus eigentlich total verschiedenen Menschen mit total unterschiedlichen Interessen eine Einheit formt, die Ziegenpisse in Benzin verwandelt.
„WASSD SCHO? BASSD SCHO!” war geboren und in kürzester Zeit hatten sie ein Programm in der Tasche und der erste Auftritt stand an.

Der Name „WASSD SCHO? BASSD SCHO!” entstand eigentlich beim Erklären der Bandidee und des Band-Konzeptes Dritten gegenüber.
Es ist für einen Nichtfranken schwer nachvollziehbar wie oft in einer fränkischen Unterhaltung die Floskeln „WASSD SCHO?” und „BASSD SCHO! vorkommen.
Der Bandname stand quasi permanent im Raum und musste nur einmal als solcher erkannt werden.

Tja und so vergeht die Zeit, denn seit nunmehr über 11 Jahren machen die 5 durchgeknallten Franken immer noch in derselben Besetzung zusammen Musik.
Mit inzwischen eigenem Tonstudio (SkySoundStudio Nürnberg) und einem Kultstatus der in Nürnberg seinesgleichen sucht.