Marcus „Boiler” Deuerling

Ich spiele Schlagzeug – schon immer!

Mit Musik hatte der kleine Marcus in ganz jungen Jahren wenig am Hut, außer das er 1977 zu Weihnachten ein Keyboard geschenkt bekam. Seine Künste auf diesem Instrument gingen aber gegen Null und das Keyboard verstaubte in der Ecke.
Marcus trieb sich viel lieber auf dem Bolzplatz herum und spielte mit den anderen Jungs seines Viertels Fußball. Auf dem Bolzplatz lernte er eines Tages Roman kennen, ein Junge der sagte er spiele E-Gitarre. Marcus oder besser Boiler, wie er heute genannt wird, zögerte keine Sekunde und erzählte Roman er spiele Schlagzeug.

Sie beschlossen eine Band zu gründen – was ja ganz normal ist!
Jedes Mal wenn die Beiden sich trafen, fragte Roman den Boiler wo denn sein Schlagzeug sei und wann er es einmal sehen könnte.
Boilers Ausreden wurden von mal zu mal haarsträubender und Roman glaubte ihm irgendwann kein Wort mehr.
Eines Tages sagte der Boiler unaufgefordert zu Roman: „Heute Nachmittag kannst du mein Schlagzeug sehen wenn du willst” und der Roman war ganz erstaunt und nahm die Aufforderung erfreut an. Am besagten Nachmittag trafen sich die Beiden – dann kam Boilers Vater ins Spiel.

Besagter war Inhaber eines Unterhaltungsautomaten-Großhandels und Reparaturservice, und der Laden und die Werkstatt der Firma lagen direkt neben dem Bolzplatz.
Vor dem Laden standen nun Boiler und Roman dann tauchte plötzlich der Ami-Schlitten von Boilers Vater auf.
Die Jungs stiegen in die Limousine ein und fuhren zum Musik Klier, einem namhaften Nürnberger Musikgeschäft.
Dort angekommen standen die Drei dann vor einem in gelb glitzernden, Discoflimmerlack, funkelnden Schlagzeugset.
Boiler sagte:„Schau – Das ist mein Schlagzeug.” Roman war sehr erstaunt aber das war nichts im Vergleich zu dem erstaunten und völlig überraschten Eindruck den Boilers Vater in diesem Moment ausstrahlte. Dieser wusste nämlich nicht, dass Boiler die ganze Zeit schon erzählt hatte er habe ein Schlagzeug und seinem Freund gegenüber nicht als Lügner dastehen wollte.
Kurzerhand wünschte er sich das Teil zum Geburtstag, den er just an diesem Tag hatte.
Boilers Vater war jetzt ein wenig in Zugzwang geraten aber er ließ sich nicht lumpen und kaufte seinem Sohn das edle Teil.
Die Tatsache, dass Boiler jetzt zwar ein Schlagzeug hatte aber er ja gar nicht spielen konnte wurde von Roman nie zur Sprache gebracht und Boiler war auch froh darüber.

„Im Keller unserer Werkstatt ist noch ein Raum den könnt ihr als Übungsraum nutzen” sagte Boilers Vater. Der Raum war ziemlich groß (ca. 60 qm) und ziemlich dreckig und über und über voll mit Gerümpel.
Die beiden Bandkollegen beschlossen, dass dieser Raum optimal sei und machten sich an die Arbeit. Kaum wenige Wochen später und einem Arbeitseinsatz von mindestens 3 bis 4 Stunden täglich hatten sie sich einen annehmbaren Übungsraum geschaffen.

Beim Aufräumen fanden sie eine alte Solton Echolette Gesangsanlage und zwei alte Solton Lautsprecherboxen (Restbestände der „Flaming Stars” bei denen Boilers Vater in den 60er Jahren Schlagzeug spielte). Nun ging es los – Roman konnte nur ein paar Akkorde auf seiner verzerrten E-Gitarre und so schämte sich auch der Boiler nicht, das er nicht Schlagzeug spielen konnte. Stolz erzählten Boiler und Roman jedem, dass sie eine Band haben und schnell war das Interesse anderer junger Musiktalente geweckt einmal bei uns im Übungsraum vorbeizuschauen.

Es entstanden die ersten Projekte, die man annähernd als Band bezeichnen konnte.
Das erste ernstzunehmende Projekt 1982 nannte sich „SIX PACK” und war eine echte Bande, bestehend aus anfänglich 6 Musikern. Am Schlagzeug saß Boiler der inzwischen den Ein oder Anderen Takt halten konnte. Während des ersten Auftritts verkaufte sein Freund der ersten Stunde, Roman Wurstbrötchen, denn er war anfangs nicht in dieser Band. Mitten im Auftritt hatte er dann das Gefühl er kann besser singen als der, der gerade sang und dazu Gitarre spielte. Roman verlies seinen Würstchen Stand und griff sich das Mikro – ab diesem Zeitpunkt war er der Sänger der Band.

Rock ´n´ Roll und Rhythm & Blues prägten die Coversongs von „SIX PACK” und der Spaß an der Musik stand an erster Stelle. Der ganze Haufen inklusive Techniker, Mischer, Roadies und Groupies waren wie eine große Familie und wollten eigentlich ständig nur Party.
Oft überstiegen bei Auftritten die Getränkekosten der Band die ausgemachte Gage und oft spielten „SIX PACK” sowieso nur für Getränke.

Nachdem viele der Bandmitglieder ihr Studium beendet hatten und der Ernst des Lebens bei dem einen oder anderen Einzug gehalten hatte, war es dem Boiler dann zu ernst in der Band geworden und er verließ Jungs um etwas anderes auf die Beine zu stellen.

Boiler war schon immer ein Macher und so gründete er 1994 mit einigen befreundeten Musikern eine 60er Jahre Coverband Namens „Clutch up.”
Die Besetzung der Band wechselte des Öfteren und 1996 Stieß der Bassist Michael Schuler zu der Formation. Durch die vielen Umbesetzungen bei „Clutch up” und auch durch die Meinungsverschiedenheiten mit ihrem „Manager” löste sich die Band 1998 auf.

Eines Tages trafen sich dann Boiler und sein alter Kumpel Roman auf ein Bierchen und einen Burger bei Chong´s Diner in Nürnberg und unterhielten sich über die alten Zeiten bei „SIX PACK” und Boiler sagte: „Wir könnten doch wieder mal zusammen Musik machen” und Roman erwiderte: „Was für Musik willst du denn machen” Boiler sagte darauf „Na ja irgendeine Musik – Hauptsache Spaß.”
Auf irgendeine Musik hatte der Roman keine Lust und so kam es, dass genau in diesem Moment der Song „Sign your name across my heard” von Terence Trend Darby über die Kneipeanlage lief.

Zu „SIX PACK” Zeiten hatten die Jungs immer Charthits die im Radio gespielt wurden auf fränkisch umgetextet und mitgesungen, während sie miteinander auf dem Weg zu irgendwelchen Auftritten waren. Roman sagte: „Das können wir doch machen – das ist richtig blöd und mal was anderes” und fing an die fränkische Version von „Sign your name across my heard” zu singen. „Schreib dein Nomä aaf mei Herdz – ich mächd das du mei Baby wersd” Beide lachten sich kaputt und ein neues Bandkonzept entstand.

Sie überlegten, wer für dieses Projekt noch in Frage kommen könnte und so kamen sie auf den Benno der mit Roman vorher schon in Bands als Gitarrist gespielt hatte und der Boiler schlug Michael Schuler als Bassisten vor, mit dem er ja bei „Clutch up” war.

Boiler, Roman, Benno und Micha trafen sich im „El Coyote”, einem Nürnberger „Tex-Mex Laden”, um über dieses fränkische Bandkonzept zu reden.
Alle waren sich einig, das für dieses Vorhaben ein Keyboarder von Nöten sei. Benno und Roman hatten kurze Zeit vorher Pino Barone, einen kleinen Italiener kennen gelernt, der als Alleinunterhalter in Nürnberg sein Unwesen trieb und dieser wurde kurzerhand gefragt ob er Lust hätte bei dem Projekt mitzumachen.

Zur ersten Probe Ende 1998 erschienen alle fünf ohne zu wissen was jetzt genau auf sie zukommt und das dieser Moment ihr Leben verändern wird.
Roman legte sich ein paar der alten Songs die „SIX PACK” früher immer verarscht hatte zurecht und schrieb fränkische Texte auf die meist in englischer Sprache gesungenen Radiohits, um eine Grundlage für das erste Aufeinandertreffen zu schaffen.

Schon nach der ersten Probe stand fest, dass dieses Konzept aufgeht.
Die Jungs harmonierten sowohl musikalisch als auch menschlich bestens miteinander und lachten sich bei jedem der fränkischen Texte völlig kaputt.
„WASSD SCHO? BASSD SCHO!” war geboren und in kürzester Zeit hatten sie ein Programm in der Tasche und der erste Auftritt stand an.

Der Name „WASSD SCHO? BASSD SCHO!” entstand eigentlich beim Erklären der Bandidee und des Band-Konzeptes dritten gegenüber.
Es ist für einen Nichtfranken schwer nachvollziehbar wie oft in einer fränkischen Unterhaltung die Floskeln „WASSD SCHO?” und „BASSD SCHO! vorkommen.
Der Bandname stand quasi permanent im Raum und musste nur einmal als solcher erkannt werden.

Tja und so vergeht die Zeit, denn seit nunmehr über 11 Jahren machen die 5 durchgeknallten Franken immer noch in derselben Besetzung zusammen Musik.
Mit inzwischen eigenem Tonstudio (SkySoundStudio Nürnberg) und einem Kultstatus der in Nürnberg seinesgleichen sucht.